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“ReSoil” – ein Projekte der Studierendenorganisation Enactus

"ReSoil" ist eines der 12 Projekte der Studierendenorganisation Enactus Mannheim e.V.. Alle Mitglieder dieses Vereins haben die gemeinsame Idee, die Welt im Kleinen durch unternehmerische und innovative Methoden zu verbessern. Dabei profitiert jedes Projekt von dem deutschlandweiten und internationalen Enactus-Netzwerk bestehend aus zahlreichen unterstützenden Hochschulen und Unternehmen.

Die Konzeptidee eine „Wundererde“ in Uganda herzustellen kam in einem Gespräch zwischen der Projektgründerin, Adelina Garamow, und einer anderen Projektleiterin auf. Adelina hat selbst einen Freiwilligendienst in Uganda abgeleistet und während ihres Aufenthalts gemerkt, wie viel Potenzial in diesem Land steckt, das aufgrund mangelnder Bildung nicht genutzt wird. Sie hatte den Eindruck, dass den Menschen dort deshalb die Ambition zur Veränderung fehlt, obwohl der Wunsch nach Weiterbildung zur Verbesserung der Lebenssituation durchaus da ist. Sieben weitere Mitglieder wurden von dieser Vision angesteckt, die ländliche Bevölkerung Ugandas zu befähigen, sich mittels unternehmerischem Handeln selbst zu helfen, um ihr volles Potential zu entfalten und somit eine verbesserte Lebensqualität zu erreichen. Aus einer anfänglichen Idee ist nun das Projekt „ReSoil“ entstanden, das bereits vor Ort implementiert wird.

Uganda ist ein Binnenstaat in Ostafrika, in dem das ganze Jahr über tropisches Klima herrscht. Ca. 80% der Einwohner sind in der Landwirtschaft tätig. Die meisten Ugander betreiben Subsistenzwirtschaft als wichtigste Lebensgrundlage. Jedoch greifen die ugandischen Kleinbauern aufgrund mangelnde Fachkenntnissen auf herkömmliche Landwirtschaftsmethoden wie Monokulturen zurück, die dem Boden immer wieder die gleichen Nährstoffe entziehen. Zusätzlich führen starke Regenfälle sowie äußerst trockene Perioden dazu, dass die Bodendegradierung zunimmt, daraus resultiert ein nahezu unfruchtbarer Ackerboden. In Deutschland berühren uns die Auswirkungen der Bodendegradierung nicht direkt. Doch für die Landwirte in Uganda hat dieses Problem verheerende Folgen, die bis zu einer Gefährdung ihrer Lebensgrundlage reichen können. Mit "ReSoil" wurde eine Lösung gefunden, um den ausgelaugten Boden wieder langfristig fruchtbar zu machen.

Das studentische Projekt „ReSoil“ hat sich vorgenommen, die Landwirtschaft in Uganda auf eine nachhaltige Weise effizienter zu gestalten. Dazu nutzt es das kürzlich wiederentdeckte Terra-Preta-Verfahren. Terra Preta ist eine äußerst nährstoffreiche Schwarzerde, die vor über 7.000 Jahren von den Amazonas-Indianern entwickelt wurde. Der Einsatz des Terra-Preta-Verfahrens verbessert die Bodenqualität und führt dadurch nicht nur eine deutliche Ertrags- und Effizienzsteigerung herbei, sondern leistet auch einen wichtigen Beitrag zum Umweltschutz. Dieser besteht darin, dass einerseits chemischer Dünger vermieden und andererseits eine große Menge an klimaschädlichem CO2 im Boden gebunden werden kann.

Nach dem Vorbild des Terra-Preta-Verfahrens ist es dem Projekt-Team mit Experten der Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg gelungen, eine Rezeptur zu entwickeln, die auf die lokalen Gegebenheiten in Uganda zugeschnitten ist. „ReSoil“ ist eine Zusammensetzung aus Kompost, Dung, Pflanzenkohle und Pflanzenjauche. Die benötigten Komponenten finden sich dabei im Alltag der Ugander wieder, da für die Produktion Materialien aus ökologischen Abfällen verwendet werden. Somit sind die Komponenten für die ugandischen Kleinbauern regional erhältlich und bezahlbar. Damit hat das Team eine 100% ökologisch-nachhaltige Lösung für die Kleinbauern gefunden, die Bodenfruchtbarkeit mit lokal verfügbaren Ressourcen langfristig aufrechtzuerhalten.
Die Kenntnisse um „ReSoil“ wollen sie mit den Kleinbauern Ugandas, denen sie einen existenziellen Mehrwert bieten kann, teilen. Über Workshops, die von ihnen ausgebildete Einheimische gehalten werden, können sie selbst die Produktion von ReSoil erlernen und ihre Ernteerträge sowie Lebenssituation nachhaltig zu verbessern.

Gleichzeitig produzieren die Initiatoren bei ihren Kooperationspartner vor Ort, der „Gudie Leisure Farm“ in Kampala, ReSoil-Erde für den kommerziellen Verkauf auf dem ugandischen Markt. Mit den generierten Erlösen werden die Workshops für die Kleinbauern finanziert. Auch die Gudie Leisure Farm hat sich dem Ziel gewidmet, Kleinbauern in die finanzielle Unabhängigkeit zu verhelfen. Ihr Netzwerk umfasst derzeit ca. 20.000 Kleinbauern in Uganda. Mit diesem Netzwerk soll Wissen über ReSoil geteilt werden. Bisher konnten Workshops in den ländlichen Gebieten Ugandas veranstalten und auf diese Weise 116 Kleinbauern das Wissen über ReSoil vermitteln.

Aktuell arbeitet das ReSoil-Team daran, für einen sicheren Absatz die lokalen Verkaufsläden als Produktabnehmer zu gewinnen. Auf lange Sicht wollen sie einen eigenen Shop im Herzen Kampalas eröffnen, um dort die ReSoil-Erde selbstständig zur vertreiben. Außerdem beabsichtigen sie eine Erhöhung der Produktionskapazitäten, damit sie zukünftig auch auf Institutionen, die größere Mengen anfordern, zugehen können.

Für die kommende Zeit sucht das Team auch nach möglichen Veranstaltungen wie Landwirtschaftsmessen, um Aufmerksamkeit für ihr Projekt zu erwecken. Mit der Aussicht, dass sich die Information um ReSoil rasant über Mund-zu-Mund-Propaganda herumspricht, hoffen sie schon bald auf mehr Interessenten, die ihr Produkt kaufen möchten. Auf diese Weise wird es uns möglich sein mit den Einnahmen aus dem Geschäft auch weiterhin Workshops zu veranstalten, damit später so viele Kleinbauern wie möglich mit den Kenntnissen über ReSoil ihren Acker nachhaltig und effizient bewirtschaften können.

Abspann
"Mit "ReSoil" verfolgen wir eine Mission", so Wir wollen die Landwirtschaft Ugandas auf nachhaltige Weise effizient gestalten.
Wir bedienen uns dem Terra-Preta-Verfahren, um ugandischen Landwirten beizubringen, selbst ihre Ernteerträge und Lebenssituation nachhaltig zu verbessern. Über die Jahre hinweg hat die Terra-Preta-Erde bewiesen, dass sie die Bodenqualität erheblich verbessert, indem sie mehr Nährstoffe und Wasser speichert. So wurde eine Ertragssteigerung von bis zu 100% beobachtet und das langfristig.
Mithilfe unseres sozialen Geschäftsmodells wird durch den kommerziellen Verkauf des Produkts an die wohlhabende Gesellschaft Kampalas gewährleistet, dass die Kosten für die Workshops getragen werden können. Durch einen nachhaltigen Wissens-Transfer können die Kleinbauern selbstständig eine Steigerung ihrer Erträge bewirken und ihren Lebensunterhalt verbessern. So wird gleichzeitig ein Beitrag zur Stabilisierung der Ernährungssituation in Uganda geleistet.

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