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Matabooks produziert vegane Bücher aus Graspapier

Matabooks produziert derzeit vegane Bücher aus Graspapier. Das Wort „vegan“ mag in diesem Zusammenhang verwirrend erscheinen, da es sonst hauptsächlich für eine auf Pflanzen basierte Ernährungsweise ohne tierische Produkte steht.

Doch um zu verstehen, wie Bücher ‚veganisiert‘ werden können, ergibt sich zuerst folgende Frage: „Wie kommen eigentlich tierische Bestandteile in Bücher?“. Die Antwort gliedert sich in drei Teile:
1) Bei dem Binden von Büchern wird u. a. sog. Knochenleim (Glutinleim) verwendet. Dieser Klebstoff entsteht durch Auskochen von Knochen und Häuten.
2) Druckfarben bestehen aus Pigmenten, Mineralölen und Additiven. Zur Herstellung von Pigmenten werden u. a. organische Farbstoffe verwendet. Diese bestehen teilweise aus dem Farbstoff Karmin, welcher aus Läusen hergestellt wird.
3) Als Ausgangsmaterial für Bucheinbandmaterialien aus Leder dienen überwiegend Tierhäute von Ziegen. Des Weiteren verwenden wir Graszellstoff statt Holzzellstoff. Denn letzteres ist leider nicht sehr nachhaltig und birgt viele ökologische wie auch ökonomische Nachteile. So muss man wissen, dass Deutschland der drittgrößte Verbraucher von Papier weltweit ist und damit mehr verbraucht als Südamerika und Afrika zusammen. Ca. 83% der für den deutschen Papierverbrauch eingesetzten Holzmenge stammen aus dem Ausland (Schweden 20,7 %, Finnland 18,4 %, Brasilien 7,7 %). Mehre Mio Tonnen Holz, sind dadurch im Schnitt 4.000 km unterwegs (hoher CO2- Ausstoß). Für die Herstellung von 1t Holzzellstoff wird mehr Energie verbraucht als zur Herstellung von 1t Stahl und der Wasserverbrauch liegt auch bei 5 .000 Liter pro Tonne. Im Gegensatz zu Holzzellstoff besitzt Graspapier eine gute Ökobilanz, denn das Gras wird im Umkreis von 100 Km der Papierfabrik von Heubauern geerntet, sonnengetrocknet und zu Papier verarbeitet. Es werden bei der Herstellung von Graszellstoff bis zu 75% CO2 und 80% Energie eingespart. Der Wasserverbrauch liegt gerade einmal bei 2 Liter pro Tonne Graszellstoff.

Kay, Gründer von Matabooks, hat Medienmanager (M.Eng.) an der HTWK Leipzig studiert, hat den Bachelorstudiengang „Buch- und Medienproduktion“ absolviert und eine Ausbildung zum Mediengestalter für Digital- und Printmedien.
Derzeit baut er Matabooks auf. Die Bücher von Matabooks sind frei von tierischen Bestandteilen in den Druckfarben, dem Buchbinderleim und den Bucheinbänden. Des Weiteren verwendet das Unternehmen Graspapier statt Papier aus Holzzellstoff, weil Graspapier eine bessere Ökobilanz besitzt (Vermeidung von chemischen Zusatzstoffen, CO2-Einsparung und 80% weniger Energieverbrauch bei der Produktion).
Ziel des Unternehmens ist die Entwicklung neuer Produkte, die nicht nur einen ökologischen Fußabdruck hinterlassen, sondern auch einen gesellschaftlichen Nutzen darstellen. So beschäftigt sich ein aktuelles Projekt mit Büchern aus Graspapier, deren Buchcover aus Samenpapier besteht. "In diesem Papier sind Samen von Wildblumen eingeschöpft. Nachdem das Buch gelesen oder beschrieben worden ist, kann es eingepflanzt werden und wird nach kurzer Zeit in Gestalt von blühenden Blumen wieder aus der Erde sprießen. So nehmen wir bei der Buchproduktion nicht nur Ressourcen von der Natur, sondern geben ihr auch wieder etwas zurück," beschreibt der Macher seinen Ansatz von Nachhaltigkeit.
Internetseite: www.matabooks.de

Kategorie: Profit

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